Der Intendant des Österreichischen Rundfunks (ORF), Roland Weißmann, tritt mit sofortiger Wirkung zurück. Damit reagiere er auf einen Vorwurf sexueller Belästigung einer Mitarbeiterin, den er selbst aber zurückweise, teilte der ORF mit. Der Stiftungsrat des ORF sei von einer Mitarbeiterin über unangemessenes Verhalten Weißmanns informiert worden. Das Gremium habe seinem Mandanten daraufhin eine Frist von wenigen Tagen zum Rücktritt eingeräumt, „obwohl mein Mandant die Vorwürfe bestritten hat und eine inhaltliche Überprüfung der Vorwürfe nicht erfolgte“. Um Schaden vom Unternehmen abzuwenden, sei Weißmann mit sofortiger Wirkung zurückgetreten, hieß es von seinem Anwalt. Der Stiftungsrat dankte dem 57-Jährigen nach Angaben des Senders daraufhin für seine Verdienste und die 30-jährige Tätigkeit für den ORF. Anwalt kündigt rechtliche Konsequenzen an Laut dem „ Standard (verlinkt auf https://www.derstandard.at/story/3000000311598/orf-general-roland-weissmann-tritt-zurueck-mitarbeiterin-wirft-ihm-fehlverhalten-vor) “ wirft eine Mitarbeiterin Weißmann unangemessenes Verhalten zu Beginn seiner Amtszeit 2022 vor. Der Anwalt des 57-Jährigen kritisiert, die mediale Verbreitung der nicht aufgeklärten Vorwürfe verletze massiv die Persönlichkeitsrechte seines Mandanten und werde rechtliche Konsequenzen haben. Die amtierende Hörfunkdirektorin Ingrid Thurnher übernimmt vorläufig die Führung des ORF. Die Wahl des neuen ORF-Generaldirektors wird laut Stiftungsrat wie geplant im Sommer stattfinden, der neue Chef soll im Januar 2027 übernehmen. Der Schritt trifft in den ORF in einer Phase besonderer Anspannung: Der Sender ist im Mai Gastgeber für den Eurovision Song Contest (ESC). Das größte Musikevent der Welt ist regelmäßig auch eine Bühne für den gastgebenden Sender. Weißmann wollte den ORF digitaler, jünger und gesellschaftlich vielfältiger machen. Unter seiner Leitung wurde das Online-Angebot für junge Zielgruppen ausgebaut. Der 57-Jährige wurde 2022 zum ORF-Intendanten gewählt. Weißmann war Mitte der 1990er-Jahre zum ORF gekommen und wurde schon bald mit leitenden Redaktionsposten betraut. 2012 wurde er Chefproducer der Fernsehsparte, 2017 auch stellvertretender Finanzchef.